zur Thürc hinaus. Dic schöne Sara folgte ihmauf dem Fuße; hastig ergriff der Nabln die Handseines WcibcS, eilig zog er sie fort durch dic dun-kele» Gassen Bacharachs, eilig zum Thor hinausauf die Landstraße, dic den Rhein entlang nachBingen führt.
Es war eine jener FrnhlingSnächtc, dic zwarlau genug und hellgcstirnt sind, aber doch die Seelemit seltsamen Schauern erfüllen. Lcichcnhaft duf-teten die Blumen; schadenfroh und zugleich sclbst-beängstigt zwitscherten dic Vögel; der Mond warfheimtückisch gelbe Streiflichter über den dunkel hin-mnrmclndcn Strom; die hohen Fclscnmasscn desUfers schienen bedrohlich wackelnde Ricscnhnuptcr;der Thurmwächtcr auf Burg Strahlcck blies einemelancholische Weise; und dazwischen läutete eifriggellend das Stcrbeglöckchcn der Sankt Wcrncrs-kirchc. Dic schöne Sara trug in der rechten Handdas silberne Waschbecken, ihre linke hielt der Rabbinoch immer gcfasst, und sie fühlte, wie seine Fin-ger eiskalt waren und wie sein Arm zitterte; abersie folgte schweigend, vielleicht weil sie von jehergewohnt, ihrem Manne blindlings und fragcnloszu gehorchen, vielleicht auch weil ihre Lippen vorinnerer Angst verschlossen waren.