wünschen das Paschafcst mit euch zu feiern." Undder Rabbi antwortete rasch und freundlich: „Miteuch sei Frieden, setzt euch nieder in meiner Nähe!"Die beiden Fremdlinge setzten sich alsbald zu Tische,und der Rabbi fuhr fort im Vorlesen. Manchmalwährend die Übrigen noch im Zuge des Nachsprc-chcns waren, warf er kosende Worte nach seinemWeibe, und anspielend ans den alten Scherz, dassein jüdischer Hausvater sich an diesem Abend füreinen König hält, sagte er zu ihr: „Freue dich,meine Königin!" Sic aber antwortete, wchmüthiglächelnd: „Es fehlt uns ja der Prinz!" und damitmeinte sie den Sohn des Hauses, der, wie eineStelle in der Agadc as verlangt, mit vorgeschrie-benen Worten seinen Vater um die Bedeutung desFestes befragen soll. Der Rabbi erwiderte Nichtsund zeigte bloß mit dem Finger nach einem ebenaufgeschlagenen Bilde in der Agade, wo überausanmuthig zu schauen war, wie die drei Engel zuAbraham kommen, um ihm zu verkünden, dass ihmein Sohn geboren werde von seiner Gattin Sara,welche unterdessen weiblich Pfiffig hinter der Zclt-thürc steht, um die Unterredung zu belauschen.Dieser leise Wink goss dreifaches Roth über dieWangen der schönen Frau, sie schlug die Augennieder, und sah dann wieder freundlich empor nach
H e in c'S Werke. Bd. IV. 2