ebenfalls erhabenen Sammctscssel an seiner Seitesaß, trug als Wirthin Nichts von ihrem Ge-schmeide, nur weißes Linnen umschloss ihren schlan-ken Leib und ihr frommes Antlitz. Dieses Ant-litz war rührend schon, wie denn überhaupt dieSchönheit der Jüdinnen von cigcnthümlich rühren-der Art ist; das Bcwusstscin des tiefen Elends,der bittern Schmach und der schlimmen Fahrnisse,worinncn ihre Verwandte und Freunde leben, ver-breitet über ihre holden Gesichtszüge eine gewisseleidende Innigkeit und beobachtende Liebesangst,die unsere Herzen sonderbar bezaubern. So saßheute die schöne Sara und sah beständig nach denAugen ihres Mannes; dann und wann schaute sieauch nach der vor ihr liegenden Agade, dem hüb-schen, in Gold und Sammet gebundenen Pcrga-mentbuche, einem alten Erbstück mit verjährtenWeinflcckcn aus den Zeiten ihres Großvaters, undworin so viele keck und bunt gemalte Bilder, diesie schon als kleines Mädchen am Pascha-Abendso gerne betrachtete, und die allerlei biblische Ge-schichten darstellten, als da sind: wie Abraham diesteinernen Götzen seines Vaters mit dem Hammerentzwei klopft, wie die Engel zu ihm kommen, wieMoses den Mizri todtschlägt, wie Pharao präch-tig auf dem Throne sitzt, wie ihm die Frösche
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