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4 (1861) Novellistische Fragmente
Entstehung
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standen. Im Innern ihrer Seele aber glaubtenjene Fuchsbärtc sehr wenig an die Wahrheit desangedeuteten Gerüchts. Denn überaus rein, frommund ernst war seit seiner Rückkehr aus Spaniendie Lebensweise des Rabbi, die kleinlichsten Glau-bcnsgebräuchc übte er mit ängstlicher Gewissenhaf-tigkeit, alle Montag und Donnerstag pflegte er zufasten, nur am Sabbath oder anderen Feier-tagen genoss er Fleisch und Wein, sein Tag Ver-stoss in Gebet und Studium, des Tages erklärteer das göttliche Gesetz im Kreise der Schüler, dieder Ruhm seines Namens nach Bacharach gezogen,und des Nachts betrachtete er die Sterne des Him-mels oder die Augen der schönen Sara. Kinder-los war die Ehe des Rabbi; dennoch fehlte es nichtum ihn her an Leben und Bewegung. Der großeSaal seines Hauses, welches neben der Synagogelag, stand offen zum Gebrauche der ganzen Ge-meinde; hier ging man aus und ein ohne Um-stände, verrichtete schleunige Gebete, oder holteNeuigkeiten, oder hielt Bcrathung in allgemeinerRoth; hier spielten die Kinder am Sabbathmorgcn,während in der Synagoge der wöchentliche Ab-schnitt verlesen wurde; hier versammelte man sichbei Hochzeit- und Leichenzügen, und zankte sich undversöhnte sich; hier fand der Frierende einen warmen