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3 (1861) Englische Fragmente und Shakspeare's Mädchen und Frauen
Entstehung
Seite
390
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Idealität entfalten konnte. Aricl's Melodien habenihr Herz gebildet, und die Sinnlichkeit erschien ihrnie anders als in der abschreckend hässlichcn Ge-stalt eines Kaliban. Die Liebe, welche Ferdinandin ihr erregt, ist daher nicht eigentlich naiv, son-dern von seliger Treuherzigkeit, von urweltlicher,fast schauerlicher Reinheit. Zulia's Liebe trägt, wieihre Zeit und Umgebung, einen mehr romantischmittelalterlichen, schon der Renaissance entgegcn-blnhenden Charakter; sie ist farbcnglänzcnd wie derHof der Scaliger, und zugleich stark wie jene edlenGeschlechter der Lombardei, die mit germanischemBlute verjüngt worden, und eben so kräftig lieb-ten, wie sie hassten. Julia repräsentiert die Liebeeiner jugendlichen, noch etwas rohen, aber unver-dorbenen, gesunden Periode. Sie ist ganz durch-drungen von der Sinncngluth und von der Glau-bensstärke einer solchen Zeit, und selbst der kalteModer der Todtengruft kann weder ihr Vertrauenerschüttern, noch ihre Flamme dämpfen. UnsereCleopatra, ach! sie repräsentiert die Liebe einerschon erkrankten Civilisation, einer Zeit, derenSchönheit schon abwelkt, deren Locken zwar mitallen Künsten gekräuselt, mit allen Wohldüftcn ge-salbt, aber auch mit manchem grauen Haar dnrch-flochtcn sind, einer Zeit, die den Kelch, der zur