Druckschrift 
3 (1861) Englische Fragmente und Shakspeare's Mädchen und Frauen
Entstehung
Seite
322
Einzelbild herunterladen
 

Person, den unschuldigen Sündenbock zeitlicher oderörtlicher Missvcrhältnissc. Dos Volk leidet Man-gel, es fehlen ihm die Mittel zum Lcbcnsgcnuss,und obgleich ihm die Priester der Staatsrcligionversichern, „dass man auf Erden sei, um zu ent-behren und trotz Hunger und Durst der Obrigkeitzu gehorchen" — so hat doch das Volk eine ge-heime Sehnsucht nach den Mitteln des Genusses,und es hasst Diejenigen, in deren Kisten und KastenDergleichen aufgespeichert liegt; es hasst die Rei-chen und ist froh, wenn ihm die Religion erlaubt,sich diesem Hasse mit vollem Gcmüthe hinzugeben.Das gemeine Volk hasste in den Juden immer nurdie Geldbesitzer, es war immer das aufgehäufteMetall, welches die Blitze seines Zornes auf dieJuden herabzog. Der jedcsweilige Zeitgeist liehnun immer jenem Hasse seine Parole. Im Mittel-alter trug diese Parole die düstre Farbe der katho-lischen Kirche, und man schlug die Juden todt undplünderte ihre Häuser, „weil sie Christus gekreu-zigt" — ganz mit derselben Logik, wie auf St.Domingo einige schwarze Christen zur Zeit derMassacre mit einem Bilde des gekreuzigten Hei-lands herumliefen und fanatisch schrieen: I-ss klanas1'ont tns, tuoris nous Iss kzlarms!