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3 (1861) Englische Fragmente und Shakspeare's Mädchen und Frauen
Entstehung
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Shakspeare hier eine Jüdin schildern wollen? Wahr-lich, nein; er schildert mir eine Tochter Eva's, einenjener schönen Vögel, die, wenn sie flügge geworden,aus dem väterlichen Neste fortflattern zu den ge-liebten Männchen. So folgte Desdemona demMohren, so Jmogen dem Postumus. Das ist weib-liche Sitte. Bei Jessika ist besonders bemerkbareine gewisse zagende Scham, die sie nicht überwin-den kann, wenn sie Knabcntracht anlegen soll. Viel-leicht in diesem Zuge möchte man jene sonderbareKeuschheit erkennen, die ihrem Stamme eigen ist,und den Töchtern desselben einen so wunderbarenLiebreiz verleiht. Die Keuschheit der Juden ist viel-leicht die Folge einer Opposition, die sie von jehergegen jenen orientalischen Sinnen- und Sinnlich-keitsdienst bildeten, der einst bei ihren Nachbaren,den Ägyptern, Phöniciern, Assyrcrn und Babylo-niern in üppigster Blüthe stand, und sich in be-ständiger Transformation bis auf heutigen Tagerhalten hat. Die Juden sind ein keusches, enthalt-sames, ich möchte fast sagen: abstraktes Volk, undin der Sittcnrciuheit stehen sie am nächsten dengermanischen Stämmen. Die Züchtigkeit der Frauenbei Juden und Germauen ist vielleicht von keinemabsoluten Wcrthe, aber in ihrer Erscheinung machtsie den lieblichsten, anmuthigsten und rührendsten