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3 (1861) Englische Fragmente und Shakspeare's Mädchen und Frauen
Entstehung
Seite
210
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wir im „Coriolan" geschildert sehen. Mit welchemverbissenen Grimm, mit welcher höhnischen Ironiebettelt der römische Tory nm die Wahlstimmcnder gnten Bürger, die er in der Seele so tiefverachtet, deren Zustimmung ihm aber so unent-behrlich ist, um Konsul zu werden! Nur dass diemeisten englischen Lords, die, statt in Schlachten,nur in Fuchsjagden ihre Wunden erworben haben,und sich von ihren Müttern in der Vcrstellnngs-kunst besser unterrichten lassen, bei den heutigenParlamentswahlen ihren Grimm und Hohn nichtso zur Schau tragen wie der starre Coriolan.

Wie immer, hat Shakspeare auch in dem vor-liegenden Drama die höchste Unparteilichkeit aus-geübt. Der Aristokrat hat hier Recht, wenn er seineplebejischen Stimmherrn verachtet; denn er fühlt,dass er selber tapferer im Kriege war, was beiden Römern als höchste Tugend galt. Die armenStimmherrn, das Volk, haben indessen ebenfallsRecht, sich ihm trotz dieser Tugend zu widersetzen;denn er hat nicht undeutlich geäußert, dass er alsKonsul die Brotvcrtheilnng abschaffen wolle. „DasBrot ist aber das erste Recht des Volks."