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Vortrefflichkcit nur im Allgemeinen anerkennen; zueiner besonderen Beurtheilung bedürften wir jenerneuen Ästhetik, die noch nicht geschrieben ist.
Wenn ich nun dieses Drama unter der Rubrik„Tragödien" einrcgistricre, so will ich dadurch vonvornherein zeigen, wie streng ich es mit solchenÜberschriften nehme. Mein alter Lehrer der Poetikim Gymnasium zu Düsseldorf bemerkte einst sehrscharfsinnig: „Diejenigen Stücke, worin nicht derheitere Geist Thalia's, sondern die SchwermuthMelpomenc's athmet, gehören ins Gebiet der Tra-gödie." Vielleicht trug ich jene umfassende Defini-tion im Sinne, als ich auf den Gedanken gcrieth,„Troilus und Cressida" unter die Tragödien zu stecken.Und in der That, es herrscht darin eine jauchzendeBitterkeit, eine weltverhöhncnde Ironie, wie sie unsnie in den Spielen der komischen Muse begegnete.Es ist weit eher die tragische Göttin, welche über-all in diesem Stücke sichtbar wird, nur dass siehier einmal lustig thun und Spaß machen möchte...Und es ist, als sähen wir Melpomene auf einemGrisettenball den Chahut tanzen, freches Gelächterauf den bleichen Lippen, und den Tod im Herzen.