trüge, wenn er nicht dann und wann ein heiteresVaudevillc trällerte und Spaße risse über die neuernPharisäer und Saducäer. Die kolossalen Schmerzenwären nicht zu ertragen ohne solche Witzrcißereiund Persisflagc! Der Ernst tritt um so gewaltigerhervor, wenn der Spaß ihn angekündigt. Die Zeitgleicht hierin ganz ihren Kindern unter den Fran-zosen, die sehr schreckliche leichtfertige Bücher ge-schrieben, und doch sehr streng und ernsthaft seinkonnten, wo Strenge und Ernst nothwcndig wur-den; z. B. Laclos und gar Louvct de Couvray, dieBeide, wo es galt, mit Märtyrerkühnheit und Auf-opferung für die Freiheit stritten, übrigens abersehr frivol und schlüpfrig schrieben, und leider keineReligion hatten.
Als ob die Freiheit nicht eben so gut eineReligion wäre als jede andere! Da es die unsrigeist, so könnten wir, mit demselben Maße messend,ihre Verächter für frivol und irreligiös erklären.
Ja, ich wiederhole die Worte, womit ich dieseBlätter eröffnet: Die Freiheit ist eine neue Reli-gion, die Religion unserer Zeit. Wenn Christusauch nicht der Gott dieser Religion ist, so ist erdoch ein Hoherpricstcr derselben, und sein Namestrahlt beseligend in die Herzen der Jünger. DieFranzosen sind aber das auserlesene Volk der neuen