Orthodoxie und Unglauben, Freiheit und Knecht-schaft, Grausamkeit und Milde, Ehrlichkeit undGaunerei, diese Gegensätze in ihren tollsten Extre-men, darüber der graue Nebclhimmck, von allenSeiten summende Maschinen, Zahlen, Gaslichter,Schornsteine, Zeitungen, Portcrkrügc, geschlosseneMäulcr, alles Dieses hängt so zusammen, dass wiruns Kcins ohne das Andere denken können, undwas vereinzelt unser Erstaunen oder Lachen erregenwürde, erscheint uns als ganz gewöhnlich und ernst-haft in seiner Vereinigung.
Ich glaube aber, so wird es uns überall ge-hen, sogar in solchen Landen, wovon wir nochseltsamere Begriffe hegen, und wo wir noch reichereAusbeute des Lachens und Staunens erwarten.Unsere Reiselust, unsere Begierde, fremde Länderzu sehen, besonders wie wir solche im Knabenalterempfinden, entsteht überhaupt durch jene irrige Er-wartung außerordentlicher Kontraste, durch jenegeistige Maskeradclust, wo wir Menschen und Denk-weise unserer Hcimath in jene fremde Länder hin-eindenken, und solchermaßen unsere besten Bekann-ten in die fremden Kostüme und Sitten vermum-men. Denken wir z. B. an die Hottentotten, sosind es die Damen unserer Vaterstadt, die schwarzangestrichen und mit gehöriger Hintcrfülle in unserer
He ine's Werke. Bd. III. Z