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3 (1861) Englische Fragmente und Shakspeare's Mädchen und Frauen
Entstehung
Seite
27
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Es war derselbe Engländer, der, obgleich ich ihnvorher nie gesehen, sich zu mir setzte und einen sozuvorkommend französischen Diskurs anfing, dassich nicht umhin konnte, ihm zu gestehen, wie sehres mich freue, einmal einen Engländer zu finden,der nicht gegen den Fremden zurückhaltend sei,worauf er ohne Lächeln eben so frcimüthig ent-gegnete, dass er mit mir spräche, um sich in derfranzösischen Sprache zu üben.

Es ist auffallend, wie die Franzosen täglichnachdenklicher, tiefer und ernster werden, in ebendem Maße, wie die Engländer dahin streben, sichein legöres, oberflächliches und heiteres Wesen an-zueignen; wie im Leben selbst, so auch in der Lite-ratur. Die Londoner Pressen sind vollauf beschäf-tigt mit fashionablcn Schriften, mit Romanen,die sich in der glänzenden Sphäre des llig-ll liksbewegen oder dasselbe abspiegeln, wie z. B. ^1-rnnalrs, Vivmn (ilre/, Molimin <z, tilg Eirmrcks,lliirtntion, welcher letztere Roman die beste Be-zeichnung wäre für die ganze Gattung, für jeneKoketterie mit ausländischen Manieren und Redens-arten, jene plumpe Feinheit, schwerfällige Leichtigkeit,saure Süßelci, gezierte Rohhcit, kurz für das ganzeunerquickliche Treiben jener hölzernen Schmetterlinge,die in den Sälen West-London's hcrumflattcrn.