und dcs Verbrechens schleicht erst des Abends ausihren Schlupfwinkeln. Sic scheut das Tageslichtum so ängstlicher, je grauenhafter ihr Elend kon-trastiert mit dem Übcrmuthe des Rcichthums, derüberall hervorprunkt; nur der Hunger treibt siemanchmal um Mittagszeit aus dem dunkeln Gäss-chcn, und da steht sie mit stummen, sprechendenAugen und starrt flehend empor zu dem reichenKaufmann, der gcschüftig-geldklimpcrnd vvrübercilt,oder zu dem müßigen Lord, der wie ein satter Gottauf hohem RosS cinherrcitct und auf das Men-schengewühl unter ihm dann und wann einen gleich-gültig vornehmen Blick wirft, als wären es winzigeAmeisen, oder doch nur ein Haufen niedriger Ge-schöpfe, deren Lust und Schmerz mit seinen Ge-fühlen Nichts gemein hat — denn über dem Men-schcngcsindel, das am Erdboden festklebt, schwebtEnglands Nobility wie Wesen höherer Art, die daskleine England nur als ihr Absteigequartier, Italienals ihren Sommcrgartcn, Paris als ihren Gcscll-schaftssaal, ja die ganze Welt als ihr Eigcnthumbetrachten. Ohne Sorgen und ohne Schrankenschweben sie dahin, und ihr Gold ist ein Talisman,der ihre tollsten Wünsche in Erfüllung zaubert.
Arme Armuth! wie peinigend muss dein Hun-ger sein, dort wo Andere im höhnenden Überflüsse