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3 (1861) Englische Fragmente und Shakspeare's Mädchen und Frauen
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ein spekulatives Volk, Ideologen, Vor- und Nach-deuker, Träumer, die nur in der Vergangenheitund in der Zukunft leben, und keine Gegenwarthaben. Engländer und Franzosen haben eine Ge-genwart, bei ihnen hat jeder Tag seinen Kampfund Gegenkampf und seine Geschichte. Der Deutschehat Nichts, wofür er kämpfen sollte, und da er zumuthmaßcn begann, dass es doch Dinge gebenkönne, deren Besitz wünschcnswerth wäre, so habenwahlweise seine Philosophen ihn gelehrt, an derExistenz solcher Dinge zu zweifeln. Es lüsst sichnicht leugnen, dass auch die Deutschen die Freiheitlieben, aber anders wie andere Völker. Der Eng-länder liebt die Freiheit wie sein rechtmäßigesWeib, er besitzt sie, und wenn er sie auch nichtmit absonderlicher Zärtlichkeit behandelt, so weißer sie doch im Nothfall wie ein Mann zu verthei-digen, und wehe dem rothgcröcktcn Burschen, dersich in ihr heiliges Schlafgcmach drängt sei esals Gallant oder als Scherge. Der Franzose liebtdie Freiheit wie seine Braut. Er glüht für sie, erflammt, er wirft sich zu ihren Füßen mit den über-spanntesten Bethcucrungcn, er schlägt sich für sieauf Tod und Leben, er begeht für sie tausenderleiThorheitcn. Der Deutsche liebt die Freiheit wieseine alte Großmutter."