Druckschrift 
2,1 (1844)
Entstehung
Seite
260
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phetischr Bedeutung war der 18te Januar 1808, am Krö-nungsfeste der Preußischen Monarchie. Wohl bedeckten zudieser Zeit schwere, dunkle Gewitterwolken den Thron; aberder geweihete Erbe desselben, damals Iii Jahre alt, standim schönen Morgcnrothc seines hochgestellten Lebens kräftigund geschmückt mit den schönsten Blüthen viel versprechenderHoffnungen da. Auf ihm, dem Erstgeborenen, ruhete dassegnende Auge des hohen Vaters und der zärtlichen, glück-lichen Mutter. Auf's Glücklichste entwickelten sich seine rei-chen Talente, und schnell, fest und sicher, waren die Fort-schritte auf den ersten, tiefen Grundlagen wissenschaftlicherErkenntniß und Bildung, bewacht vom Genius der Unschuldund kindlichen Frohsinnes. Die mit großer Vorsicht undglücklich gewählten Lehrer und Erzieher lebten nur alleinihrem erhabenen geweckten, raschen Zögling, der ihre Treuemit reiner, dankvoller Anhänglichkeit vergalt und ihnen die-selbe bis in den Tod bewahrt hat.

') Nur drei der vorzüglichsten mögen hier genannt werden: Del-brück, Ancillon, und Riebuhr. Mit Entzücken liest der PreußischeUnterthan das Urtheil Ricbuhrs, der den Kronprinzen in derGeschichte (in:,Ki8ter vitns) unterrichtete, über seinen erhabenenSchüler. Man sehe das interessante Buch, eins der besten imletzten Dccennium:Lebensnachrichten über Barthold GeorgNiebuhr; aus Briefen desselben und aus Erinnerungen einigerseiner nächsten Freunde herausgegeben von Friedrich Perthes1838 und 183g." Wer tiefe, richtige Blicke in den Gang dergroßen Wcltbcgebcnheitcn der Jahre 18001820 thun, und siein ihren leitenden, fördernden und hemmenden Kräften kennenlernen will, in vertrauten Mitthcilungcn eines Mannes, der imüberschauenden Mittelpunkte stand, und der in ernster Lebens-richtung Gelehrsamkeit mit Scharfsinn, Forschungsgabe, Wahr-heit und Tiefe, Festigkeit und Milde, in fortgehender Unzufrie-denheit mit sich selbst verband: der lese und studire dieß köstliche