Druckschrift 
2,1 (1844)
Entstehung
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Kommt weiter nichts hinzu, so gelingen nur bedachte undbeabsichtigte Prachtstücke; doch nicht die kleinen Lcbensbildchen,in welchen oft die meiste Seele liegt. Aber der reinen Men-schenliebe gelingt, wenn sie im Herzen ihre sanften Wellenschlägt, Alles; sie bleibt frisch, wird in jedem vorkommendenFalle immer wieder neu: Sie saßt jede eigenthümliche Sacheeigcnthümlich auf und gicbt jedesmal das rechte Colorit.Wie der tiefe, klare Born, aus dem sie entspringt, ist sieunerschöpflich und kann nicht müde werden: denn sie ist insich und durch sich selbst eine verjüngende Kraft. Die wahreGröße achtet Nichts klein. Glücklich, wer sie hat! aber drei-mal selig, wenn sie im Herzen eines Königs und einer Kö-niginn lebt und waltet! das thcure, schwere Wort:Landes-vater und Landesmuttcr," wird dann eine große, beseligendeWahrheit.

Die Liebe ist ein tägliches Wohlleben, wie in Hütten,so mehr noch in Palästen, weil sie hier größeren Gefahren,vielfachen Abstumpfungen, peinlichen Collisionen und stören-den Erfahrungen ausgesetzt ist, also auch mehr Mühe hat,ihren Boden rein und frei zu erhalten, und auf jedem, amMeisten dem fruchtbaren, leicht Unkraut wächst und wuchert.Schmarotzer-Pflanzen entwickeln sich von selbst, und den, dersie nicht kennt, täuscht leicht ihr schönes Acußcre; denn siesehen aus, als gehörten sie dazu, und wissen sich wichtigund unentbehrlich zu machen. Durch- und Nebenläufer,Figuranten solcher Art, hat es an Höfen immer gegeben;am Hofe Friedrich Wilhelm III. fand man sie nie, zu keinerZeit. Jeder, der in diesen erhabenen, geweihten Kreis aus-genommen war und ihm angehörte, hatte seine bestimmteStellung mit ihren Pflichten, und die treue und heitere Er-