Druckschrift 
2,1 (1844)
Entstehung
Seite
251
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ihr gedruckt, durften Millionen treuer Unterthanen den Gc-butstag ihres angestammten und geliebten Landesherrn nichtfeiern und mußten ihre Wünsche und Gebete in tiefer Brustverschließen. *) Und nun steht hier König Friedrich WillHelm III. in dem Häuflein der Bewohner eines kleinen Ihmgebliebenen Dorfes ernst, demüthig und gerührt da, dank-bar für die glückwünschcnde Liebe und Treue anhänglicherredlicher Herzen. Die Idylle im Dorfe Huben aber wirdein Epos der Weltgeschichte, und einige Jahre weiter ertöntam 3ten August vom Riemen bis zum Rhein aus Millionentreuer Herzen der Heldcngesang:

Heil Dir im Sicgeslirang,

Uatcr des Saterlands!"

Das ist vom Herrn aller Herren geschehen, und wunder-barlich vor unseren Augen.

Das Reinmenschliche ist auch immer das Göttliche,

') Dagegen wurden sie gezwungen, den Geburtstag des KaisersNapoleon zu feiern undin den Strahlen seiner Sonne,die den Erdkreis erleuchtete", aber die Herzen und Geld-beutel austrocknete, die Häuser zu illuminiren. Bei den da-bei angebrachten transparenten Inschriften wurde mancher bit-tere Witz sichtbar; oft auch kühne Schalkhcit. So z. B. hatteein Einwohner der schwer heimgesuchten Stadt Hamburg denMuth, an solchem Tage über seiner Hausthüre in großen leuch-tenden Buchstaben hinzustellen, das Wort:Zwang. X.dt. <?." Mit Erstaunen und geheimem Kitzel las die zusammen-geströmte Volksmenge diese Inschrift. Als der Urheber dersel-ben vom Präfectcn zur Verantwortung gezogen wurde, gab erdie harmlose, zufriedenstellende Erklärung:

Nur ^iVeihe An Niapolcons Wcburtstagc. Die Stim-mung des Hohnes war in ganz Deutschland fast eine allgemeineund äußerte sich am Kräftigsten im Volke.