her gehabt und genossen, Ihnen klein, enge und dürftig er-scheinen mußte und kaum gefallen konnte. Aber der Königund die Königinn trugen Ihre Welt in sich, und das,was Sie mitbrachten, erheiterte und verschönerte auch jedes-mal Ihre Umgebung. Heitern, frischen Sinnes begegneteSie darum jenen Bcdenklichkeiten und Zweifeln, mit denunvergeßlich schönen Worten: ,,Um glücklich und zufriedenzu sein in seinem Inneren, bedars man nicht viel des Aeu-ßeren; gesunde Lust, Stille, Aussichten in's Freie, einigeSchatten gebende Bäume, ein paar Blumenbeete, eine Laube,reichen hin. Mein Mann und ich, wir sind uns mit den Kin-dern selbst genug; und dann habe ich gute Bücher, ein gu-tes Gewissen, ein gutes Pianoforte, und so kann man un-ter den Stürmen der Welt ruhiger leben, als diejenigen,welche die Stürme erregen." So erzählt ein Augen- undOhrenzcuge.
Und wirklich lebte die Königliche Familie, enge zusam-
noch kennen? Sie sind, gleich so vielen andern aus der erstenHälfte des vorigen Jahrhunderts, der Zeit der schönsten Blüthedeutscher Literatur, vergessen, und kaum hört man noch ihreeinst gepriesenen Namen. Wir wollen die Gegenwart und ihreWerke nicht verachten, vielmehr ehren und hochschätzen; doch wirüberschätzen sie, werden undankbar, und verlieren, wenn wir,geblendet vom Reize der Neuheit, das Alte, oft Bessere, unbe-achtet lassen. Aber die überströmende Fluth der Tagcsblätter(Journale, Ephcmeriden) nimmt alle zu erübrigende Zeit fürelastische Schriften und deren Lectürc weg. Diese verlangenallerdings mehr Sammlung und Ausdauer, als jene, die zwarangenehm unterhalten, aber selten belehren und kräftigen. DerRachtisch zum Naschen, das Dessert, was das Letzte sein sollte ander geistigen Tafel, wird oft das Erste und Einzige, und ver-drängt die nahrhafte, stärkende Speise, zum Nachtheil geistigerGesundheit, und diese allein giebt doch nur den rechten Ge-schmack-