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Aber man war bedenklich, den höchsten Herrschaften einenländlichen Aufenthalt anzubieten, der, nach dem, was sie srü-
Berlin 1778—81" ist cm Buch heiterer Lebensfreude, und dochein Buch voll Heimweh und Sehnsucht nach einer besserenWelt; ein Buch, das man immer wieder lesen kann und nachdem man in trüben Stunden gern greift. Seine Schriften„Ueber die Ehe", „lieber die bürgerliche Verbesserung der Wei-ber", „lieber weibliche Bildung", „Kreuz- und Querzüge desRitters A bis A;" seine Lustspiele und geistlichen Lieder und idyl-lischen Handzcichnungcn nach der Narur u. s. w. bezeichneneinen Geist, der in reichbegabter Kraft leicht und glücklich nachallen Richtungen sich bewegen, heben und senken, und so denvielseitigsten Bedürfnissen ein Genüge thun kann. Nicht vieleSchriftsteller hat es gegeben, denen, fern von aller Persönlich-keit und Eitelkeit, um die Wahrheit selbst und ihren heiligenErnst es so zu thun war, als Hippel. Er gab sie anonym, aufdie versteckteste Art an fernen Orten, bei Buchhändlern, die dasManuscript durch die vierte und fünfte Hand empfingen, heraus,und wie viel sie auch gelesen und gepriesen wurden, nichts konnteihn bewegen, aus seinem Inkognito hervorzutreten. Selbst seinennächsten Freunden, die forschten und fragten, blieb der Verfasserein Geheimniß. Der ruhige, ernste, in sich abgeschlossene Jmmanuel Kant fand viele in seinen Vorlesungen und geselligen Mit-theilungen ausgesprochene, ihm cigcnthümliche, und damals nochnicht durch den Abdruck bekannt gewordene neue Ideen in die-sen Schriften, und ließ, dadurch frappirt, nicht ab, Alles aufdie Beine zu bringen, um den Verfasser zu erfahren; aber vcr-geblich! Hippel hielt an sich und. entdeckte sich seinem hochverehrten Freunde Kant nicht, wiewohl er ihn fast täglich sahund sprach; und Borowsky, der ihm ebenfalls nahe stand, gabeine Schrift heraus unter dem Titel: „Ueber die Autorschaft desVerfassers des Buches „Ueber die Ehe." Der originelle, energischeMann, am Glücklichsten in stiller Jurückgezogenheit in seinemDörfchen Huben, nahm das Geheimnis mit in's Grab, underst nach seinem Tode erfuhr die Welt den Verfasser der Schriften, die Tausende belehrt, gehoben, erquickt und erheitert hatten. *) Und wie Viele der jetzigen Lcsewclt mögen sie wohl
5) S. Schlichtegrolls Nekrolog. NW.