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wiß immer vergütet. Sie liebte das nahe gelegene freund-liche Freyenwalde und weilte gern unter den Buchen undEichen dieses angenehmen Brunnen- und Badeortes. BeiIhrer Anwesenheit daselbst, nachdem Sic mal nach aufgeho-bener Tafel mit besonderem Wohlgefallen Kaffee getrunkenhatte, reichte Sie die leere Tasse dem dastehenden Laquaienzurück, mit den Worten: „Man trinkt doch nirgends besserenKaffee/als in Freyenwalde;" worauf der Diener bemerkte:„Ja, Ihr Majestät! das macht das moralischeWasser."
Ein lautes Gelächter erfüllte darauf den Saal, und derarme Mensch stand beschämt und verwirrt da, nicht wissend,wie ihm geschehen. Die, Königin», sanft lächelnd, nahm aberdas Wort: „Ich glaube, wir haben unfern guten Heinrich(ein alter redlicher, wegen seiner Treuherzigkeit dem Königeund der Königinn werther Diener) nicht verstanden; mirwill's scheinen, als ob er eine ernste Wahrheit gesagt hätte.Wer mit Nutzen und Erfolg eine Brunnen- und Badekurgebrauchen will, der muß einfach, mäßig und still leben, sodaß das mineralische Wasser ihm zugleich ein moralischeswerde. Lieber Heinrich, ich bitte um ein Glas mineralisch-moralisches Wasser!" *) und dann zu dem anwesenden Brun-nen-Prediger Heyne sich wendend: „Nicht wahr, Herr Pre-diger, so verstehen Sie es auch?" Der alte Heinrich aber
*) Von seiner Mutter hat der Mensch die Muttersprache,von seiner Mutter den Mutterwitz; von seinem Vater hater die Baterstadt und das Baterland. Was soll diese Be-merkung hier? Jeder Preuße fühlt ihre Bedeutung und Be-ziehung mit tiefem, frohem Danke und segnet die Mutter, denVater, und den hohen Sohn.