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Für dm Menschenkenner und Beobachter dieser hohenSphäre giebt es vielleicht nichts Interessanteres, Ansprechen-deres, und man muß zur richtigen Bezeichnung hinzusetzen,nichts Anmuthigercs in dieser Beziehung, als den StaatskanzlerFürsten von Hardenbcrg, der Königinn gegenüber, in sol-cher Unterredung gesehen zu haben. Von Männern wird derAusdruck und das Prädicat „Anmuthig" gewöhnlich nichtgebraucht und noch weniger das noch mehr sagende „Hold-selig;" aber wahrlich, die Anmuth und die Holdseligkeit,welche eine vorzügliche Frau von der Natur empfangen hat,besaß als stattlicher Mann Hardenberg. Einen liebenswür-digeren in solcher Stellung kann man sich kaum denken, undhat die Welt nicht oft gesehen. In edler, gerader, würde-voller Haltung stand Hardenberg vor seinem Könige undder Königinn; in tiefer, aufrichtiger Ehrerbietung als Diener,und doch frei wie ein Mann, der fühlt, wer er ist, was erwill, soll und kann. Auf seiner hohen gewölbten Stirn ru-het Klarheit, in seinem ernsten Auge leuchtet Geist, um seinenMund schwebt Humanität; seine Rede ist gedankenvoll, jedesWort verbindlich, seine ganze Persönlichkeit umgiebt der Zau-ber einer heiteren Ruhe; er gewinnt jedes Herz und muß esgewinnen. Der König und die Königinn sahen ihn an mitWohlgefallen; Frage und Antwort fließen ineinander, wieharmonische Töne: Alles ist still, Alles schauet und horchthin, und Jeder erkennt und fühlt das Seltene und Außer-ordentliche.
Und nun wieder auf derselben Stelle ein Anderer ganzanders; ebenso groß, und vielleicht noch größer, gewiß ent-schiedener, strenger, fest, unbeugsam, ein Cato. Wie dieserzu seiner Zeit, so kennet, hat und weiß er, seit dem scheust-