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Sie bei großen Couren die hohe Würde des Königs unddie Ehre Seines Hauses als Königinn rcpräsentirtc. Diemenschliche Natur kam dann der Königlichen zu Hülse, dieKönigliche der menschlichen; beide flössen in eine Harmoniezusammen, so daß man in der Majestät zugleich die schönste,anmuthigste Frau, und in dieser doch auch zugleich jene sah.So mußte man Sie sehen, wenn Sie den Gesandren dergroßen Höfe Audienz gab, und dabei nicht bloß in höchsterWürde das Zeremoniell gewandt beobachtete, sondern auchsofort die interessanteste Unterredung anmuthig anzuknüpfenwußte. Sie besaß eine vollständige Kenntniß der Europäi-schen Staatcngcschichte, und kannte im Allgemeinen das Be-sondere, und was Sie gelernt, war Ihrer Lebendigkeit ge-genwärtig, sobald Sie es passend brauchen konnte. Mit je-dem Gesandten seines Hofes wußte Sie über die Geschichtedesselben, seine Schicksale, Haupt- und Nebenpersonen, ausalter und neuer Zeit, treffend und Achtung einflößend zu re-den, und durch die so bezeigte mehr als oberflächliche Teil-nahme zu interessiren und zu gewinnen. Man hörte dannnur die unterrichtete Königinn, die, indem Sic fremdeHöfe kannte und ehrte, dem Ihrigen erst die rechte Stellunggab. Man sah, hörte und erkannte in Ihr die hohe Frau,die des Zusammenhanges, in welchem Sie mit dem Könige,Seinem Hause und Lande, gegen andere Staaten stand, sichklar bewußt war und darüber treffend und richtig urtheilte.Weise blieb Sie aber dabei in Ihren Schranken; nur histo-risch faßte Sie Ihr Urtheil und wurde nie diplomatisch-po-litisch; sobald diese Corde berührt wurde, wich Sie gewandtaus, und verstand es, das Gespräch entweder abzubrechen,oder ihm eine andere Wendung zu geben.