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klar, einfach und ungesucht; doch dabei warm und innig,und empfing bei steigender Lebhaftigkeit einen idealisch-poe-tischen Schwung; aber nie wurde Sie sentimental, immerblieb Sie, wie der König, wahr, — nur geschmückter und ver-bindlicher war Ihre Rede„ als die Seinige. Ernste Gegen-stände betonte Sic langsam, oft feierlich : gesellige und leichtehüpfend und scherzend. Wie Gewänder und Putz graciösden Leib, so umflossen, wie jedesmal angegossen, die fertiggewählten Worte Ihre Gedanken und Gefühle. Die Syno-nymik unserer reichen Deutschen Sprache hatte etwas unge-mein Anziehendes für Sie; die unendliche Mannigfaltigkeitder feinsten und leisesten Schattirungcn faßte Sie auf wieFarben und Töne. Das treffliche Werk Eberhard's überdie Sinnverwandtschaft der Worte, wie dessen ästhetischeBriefe an das weibliche Geschlecht, las Sie mit Interesseund Nutzen. Nie werde ich den schönen Frühlingsabendvergessen, an welchem Sie in der Bibliothek im neuen Gar-ten am heiligen See den Unterredungen und Mitthcilungendarüber die volleste Theilnahme und eine hingebende Auf-merksamkeit schenkte. „Wie?" rief Sie dann entzückt aus,„jeder Gedanke, jedes Gefühl, wie viele Millionen ihrer auchsein mögen, hätte also seinen ihm ungehörigen ver-wand t e n, e i g e n t h ü m l i ch e n Ausdruck?" „So isss," ant-wortete ich, „und wer auch in keinem Worte fehlet,der ist ein vollkommener Mann, sagt der Apostel Jaco-bus." „Wie kommt man aber dazu?" „Durch klares, bestimm-tes Denken und reines Fühlen." „Ach," crwiederte Sie dann,„wer doch in Allem immer das Rechte treffen könnte! Meinbester Freund, der König, kann es; aber darum ist Er auchwortkarg — und gedankenreich; im Schweigen und Redenimmer wahr. Zn der Wahrheit liegt der Schlüssel zu Allem."