Druckschrift 
2,1 (1844)
Entstehung
Seite
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müssen: aber Keinem nncntbchrlicher und wichtiger, als ei-nem Herrscher und seiner, die Würde und den Anstand desfürstlichen Hauses repräsentirenden Gemahlinn. Aller Augenund Ohren sind auf sie gerichtet; Jeder hofft, wünscht underwartet Beachtung; Jeder hat irgend ein Anliegen; Jederschärft Blick und Urtheil; Alles umher ist stille, steht ehrer-bietig da und schauet und horchet hin nach der Einen hohenPerson, die der Mittelpunkt des Ganzen ist. Eine schwereAufgabe in der Zufriedcnstcllung so vielfacher und verschieden-artiger Erwartungen und Ansprüche; leichter für den Regen-ten in seiner hohen Autorität, Männlichkeit, Entschiedenheitund Kürze, schwerer für die Regcntinn, wenn sie in ihrerhohen Würde zugleich den weiblichen Charakter in Anmuthund Liebenswürdigkeit bewahren und behaupten will. DieFormen der Etiquette und eingeübte Redensarten der Höf-lichkeit helfen da zwar durch; aber befriedigen nicht. DerGebildete durchschaut das, und das Ganze langweilet baldin seiner innern Leerheit und Monotonie. Wie belebt, heiterund angeregt war aber Alles, wenn die Königinn Luise inIhrer hohen edlen Gestalt in den Sie umschließenden Krei-sen dastand und sprach, wie eine Königinn, und doch auchwie eine holdselige Frau, Beides in voller Harmonie! Mitleichtem, schwebendem und festem Schritte bewegte Sic sichvon Einem zum Andern und wußte in reicher geistiger Fülleund graciöscr Gewandtheit Jedem etwas Passendes und Tref-fendes zu sagen, so daß Jeder ein bchaltbares und gern be-haltenes theures Wort, als ein angenehmes Geschenk, mit-nahm.

Sie schrieb und sprach die Deutsche Sprache vollkom-men richtig, und die Französische fertig. Ihre Rede war