Druckschrift 
2,1 (1844)
Entstehung
Seite
47
Einzelbild herunterladen
 

47

Es war Sonntag, ein heiterer frischer Wintermorgen,an welchem auf- und abwogende Volksmassen in allen fest-lich geschmückten Straßen der Stadt die hohe Braut desKronprinzen erwarteten. Von nah und fern waren Men-schen herbei geströmt, um dem Feste beizuwohnen, und Allesvereinigte sich, um es zu verherrlichen. Viel hatte die öf-fentliche Kunde schon von der frischen, blühenden Jugendder schönen fürstlichen Jungfrau erzählt; aber der zujauch-zende Jubel ist nicht zu beschreiben, der von allen Seitenlosbrach, als man nun wirklich die Erkorene in einem Glänzeder Anmuth und Lieblichkeit erblickte, die alle Erwartüngenübertraf.

Einer der schönsten Punkte der reichen, großen StadtBerlin ist unstreitig der, wo man am Eingange zu denLinden, da, wo nun bald das Ehrendcnkmal Friedrich desGroßen stehen wird,.durch die lange Allee und die beidenReihen Paläste in der Entfernung auf dem BrandenburgerThore die Victoria auf ihrer Quadriga erblickt; und auf derandern Seite in großartiger Pracht das jetzige Universitäts-gebäude, die Bibliothek, das Königliche Palais und Arsenal sieht,und dann hinabschaut nach dem alten Schlosse und der Dom-kirche,. eine Straße, die eine der schönsten der Welt seinmag. Auf dieser Stelle war zum feierlichen begrüßendenEmpfange der Ihren bräutlichcn Einzug haltenden Prinzcssinneine prächtige Ehrenpforte erbauet, deren Korinthische Säu-len reich mit sinnreichen allegorischen Emblemen geschmücktwaren. Hier erwartete und empfing eine Deputation derBürgerschaft die junge Fürstinn und begrüßte Sie ehrfurchts-voll im Namen der mit offenen Armen und Herzen Sie auf-nehmenden Stadt. Die bewegte, volle reiche Sccnc ordnet