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barsch einherfährt. So ist die Physiognomie der hohen vor-nehmen Welt, so vielköpfig das Sein und Leben bei Höfen,in unendlichen, bald lichten, bald düsteren Schattirungen!Mag davon bleiben Jeder, der sich nicht darin finden undkeine Freude daran haben kann! denn allerdings ist die reineFarbenpracht des Abend- und Morgcnrothes in Wäldern,auf Bergen und in Thälern und wogenden Saatfeldern, et-was ganz Anderes, als das chamälconische Schillern der Far-benfpielcr und Farbenwechsler in decorirten glänzenden Sä-len; aber je reicher, genußvoller und herrlicher jenes, wasJeder haben kann, als dieses, wozu nur Wenigen der Zu-tritt »erstattet ist: desto billiger und freundlicher sollte es ingerechter Würdigung beurtheilt und ihm damit die rechteStellung gegeben werden. Wohl ist es ein großes und herr-liches, von Gottes Gnaden verliehenes, — aber doch auch
Seiner Person zugefügte respcctwidrige Aeußcrungcn ahndeteer sofort, und er duldete keine vertrauliche Annäherung. DasGefühl seiner Kaiserlichen Würde lag nicht in seinem Blute,sondern in seiner gesteigerten Idee, die er energisch handhabte.Einem Obersten, der in einer gewonnenen Schlacht sich bravgehalten, bezeigte er seine lobende Zufriedenheit, und erlaubteihm, sich eine Gnade zu erbitten. Als dieser darauf, als Ge-währung seines höchsten Wunsches, sich vom Kaiser einenKuß erbat, drehete Napoleon ihm verächtlich den Rücken zu,mit den Worten: „Von« öte« un ton! allen-von« en!" undder Oberst erhielt weder Orden, noch Kuß, und kam von nunan nicht weiter.
Auch am Hofe Friedrich Wilhelm III. hielt man die her-kömmlichen Formen des Hoflcbcns fest. Aber hier war es nichtihr kalter Buchstabe, der tödtct, sondern der Geist reiner Hu-manität, der sie belebte, und nichts gleicht der Leichtigkeit, Frei-heit und Grazie, wpmit die Königinn, üher ihren Grenzen, stehend, doch stets innerhalb derselben sich bewegte.