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2,1 (1844)
Entstehung
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nach Ort, Zeit, Personen, und Umständen, bewegt, geschobenund gejagt wie vom Winde, nicht wissend, woher er kommt,

Der Boden bei Hofe ist ein glatter und schlüpfriger, auf demman leicht fallen kann; dcßhalb gehen die Meisten spitz auf denZehen, und die fest aufzutreten scheinen, haben doch gewöhnlichSocken an. Dem Herze» und seinen Impulsen zu folgen, istbedenklich und mißlingt in den meisten Fällen. Klugheit giltda mehr, als Weisheit, und eine den jedesmaligen Umständenangemessene und abgemessene Tactfestigkeit ist der einzig sicherleitende Eompaß, wenn man zwischen Scyllen und Charybdcn,beide Koner!« keininini, nicht Schissbruch leiden will.

Wie gefährlich es sei, der Stimme des Herzens allein,auch der reinsten, in dieser Sphäre zu folgen, daran mag fol-gendes frappante, wenig bekannt gewordene Beispiel erinnern.Der von aller Welt mit Recht hochverehrte Großhcrzog vonS, W. fühlte sich als Erbprinz in jugendlicher Begeisterungganz vorzüglich zu dem am Hofe seines Vaters fungiren-dcn Oberhofprcdiger K. hingezogen. Bei einem nicht großenUnterschiede der Jahre, verbanden Beide gleiche Neigungen undgemeinschaftliche Studien zu einem innigen Bunde, in welchemsie sich wechselseitig unentbehrlich wurden, und in dessen geist-reichem Genüsse oft das Bewußtsein des großen Unterschiedes imStande und Range Sch verlor. Beide standen dann, von höherergeistiger Potenz beseelt und getragen, auf Einer Linie, wo nurdaß rein Menschliche sich geltend macht. Die heiteren Räume, inwelchen sie sich bewegten, waren um so freier und weiter, dadie hohen Eltern des hoffnungsvollen Erbprinzen sein lebendi-ges Attachemcnt an den würdigen Obcrhofprediger K. gern sa-hen, und mit Dank und Freude die raschen glücklichen Fort-schritte bemerkten, die er, geweckt von diesem täglichen Um-gange, machte. Verehrung und Vertrauen, Liebe und Anhäng-lichkeit bewahrten und versiegelten den Bund ihrer Herzen.Groß war daher der gegenseitige Schmerz, als Beide auf EinJahr sich trennen mußten, in welchem der Prinz zu seiner wei-teren Ausbildung eine Reise nach Italien machte, auf welcherK., von seinem Amte gefesselt, ihn nicht begleiten konnte. Dochauch getrennt blieben ihre Herzen im raschen Briefwechsel sichnahe, und die Sehnsucht nach Wiedervereinigung wuchs, je