25
und die Rose: — das ist die rechte Ehe. Einen solchenMann liebt das Weib und trägt ihn im Herzen; an ihngelehnt, von ihm gestützt, wird sie fest, heiter und ruhig; einsolches Weib ist das Glück des Mannes, in ihrer freundli-chen Liebe wird ihm leichter des Berufes Bürde, und milderder Ernst des Lebens, sie ist sein Trost, und er behütet sie,wie seinen Augapfel.
So war die Ehe des Königs und der Königinn. Erernst, Sic freundlich; Er kurz, Sie erklärend; Er voll Sor-gen, Sie erheiternd; Er vertieft, Sie theilnchmend; Er pro-saisch, Sie poetisch; Er praktisch, Sie idcalisch; Er satyrisch,Sie scherzend; Er vorsichtig, Sic unbefangen: Er reizbar,Sie besänftigend; Er forschend, Sie ahnend; Er schwer be-lastet, Sie erleichternd; Er einfach, Sie holdselig; Erganz Mann, Sic ganz Weib, voll Anmuth und Liebe, — "Beide Ein Herz und Eine Seele; in reicher Mannigfaltigkeitund Verschiedenheit die glücklichste Einheit; eine Ehe in stillerWürde und seliger Eintracht, die erste und beste im ganzenBatcrlande. Dem Hofe gab Sie Glanz, und dem häusli-chen Leben, wie Allem, was Sie umgab, den reinen Tonder Harmonie. Wie, als wenn Gott Sie für Ihn geschaf-fen hätte, so war Sie ganz für Ihn und Seine Individua-lität gemacht: die beste Frau in der Ehe; eine herzgewin-nende Königinn auf dem Throne; eine sorgsame, zärtlicheMutter im abgeschlossenen Kreise Ihrer Kinder; — und dochauch begabt mit allen glänzenden Eigenschaften und Natur-gabcn, welche eine so hohe Stellung nach allen Richtungenhin verlangt, so daß Sie dem Könige vereint Alles war,was Sein Herz als Mensch wünschte, und was Er als Re-gent bedurste.