Druckschrift 
2,1 (1844)
Entstehung
Seite
24
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ifset und schläft, wie das andere; nie anders, und das im-mer ebenso, durch den lieben langen ganzen, Tag. Mansieht das mit Vergnügen einige Augenblicke an; aber manhält es nicht lange aus, und sollte man es Stunden durchso ansehen müssen, es würde Einem nach den Farben derübrigens lieben Thierchen grün und gelb vor den Augenwerden.

Das ist eben das Eigenthümliche in der wunderbarschaffenden Natur, daß in dem wechselseitigen Verhältnissebeider Geschlechter nicht das Gleiche, sondern gerade dasVerschiedenartige anzieht, bindet, fesselt und beglückt. DasWeib soll ganz Weib, weiblich, zart, weich, biegsam und an-schmiegend; der Mann ganz Mann, kräftig, stark, fest, ent-schieden sein. Ein weicher, zarter, sentimentaler, unentschlos-sener Mann, kann und wird nie einer gesunden, gut organi-sirten Frau, und eine männliche, kühne, dreiste Frau, nie demtüchtigen Mann gefallen. Gerade das, was der eine Theilnicht hat und nicht haben soll, begehrt und wünscht er vomanderen, damit, Jeder für sich eine Halbheit, in der ehelichenVerbindung ein zusammengefügtes harmonisches Ganzes werde;oder wie Schiller es so schön ausdrückt:Wenn das Zartemit dem Starken sich verbindet, dann giebt es einen gutenKlang." Bci'm Manne und Weibe im Bunde: feste Selbst-ständigkeit und schmiegendes Anlehnen; Kraft und Milde,Ernst und Frohsinn; Stärke und Zartheit;. Conscquenz undfreundliches Nachgeben; Grundsatz und Gefühl; Energie undSanftmuth; kühnes Durchsetzen und geduldiges Warten;Denk-Glaube und Gefühls-Glaube, mit einem Worte: kräf-tige Männlichkeit und zarte Weiblichkeit in innigster Ver-schmelzung; an der starken Eiche der Weinstock, die Myrthe