Druckschrift 
2,1 (1844)
Entstehung
Seite
22
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Diese, die wahre Beschaffenheit derselben, hatte der Kö-nig mit diesen Worten richtig bezeichnet. Denn wie in der

keine verliebte Sentimentalität, sondern ein bestimmtes, klaresBewußtsein, was gleichzeitig im Lichtblick Ihre und meine Au-gen mit einer Freudenthräne netzte. Gott, was Alles liegt nunzwischen jenem ersten Anblick, wo ich Sie sand, und diesem,wo ich Ihren Verlust beweine! Weiß wohl, solche sympathe-tische Gefühle sind die schönen Blüthen der ersten jugendlichenLiebe, sind nur einmal da, und kommen nachher in dieser Rein-heit nicht wieder. Aber gerne denke ich daran zurück, und möchtewohl mal jene Stelle im Schiller wieder lesen; habe sie abernicht finden können."

Einige Tage nachher legte und las ich Ihm vor, was in derBraut von Messina Don Cesar über den Eindruck spricht, welchenBeatrice, als er sie zum Erstenmal gesehen, auf ihn gemacht:,,Woher sie kam, und wie sie sich zu mirGefunden? Dieses frage nicht. Als ichDie Augen wandte, stand sie mir zur Seite,

Und dunkel mächtig, wunderbar, ergriffIm tiefsten Innersten mich ihre Nähe.

Nicht ihres Lächelns holder Zauber war's,

Die Reize nicht, die auf der Wange schweben,

Selbst nicht der Glanz der göttlichen Gestalt,Es war ihr tiefstes und geheimstes Leben,

Was mich ergriff mit heiliger Gewalt,

Wie Zaubers Kräfte unbegreiflich weben,

Die Seelen schienen ohne WorteslautSich, ohne Mittel, geistig zu berühren,

Als sich mein Athem mischte mit dem ihren;

Fremd war sie mir, und innig doch vertraut,

Und klar auf Einmal fühlt' ich's in mir werden:Die ist es, oder keine sonst auf Erden!

Das ist der Liebe hcil'gcr Götterstrahl,

Der in die Seele schlägt und trifft und zündet;

Wenn sich Verwandtes zum Verwandten findet:

Da ist kein Widerstand und keine Wahl;

Es löst der Mensch nicht, was der Himmel bindet."