Druckschrift 
2,1 (1844)
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Sophismen des männlichen Verstandes und nie fehlt es ih-nen an Nebenthüren und Ausgängen. Hindernisse undSchwierigkeiten entdecken sie bald, und sehen auch die ent-ferntesten; aber ihre glückliche Ahnungsgabe hüpft leichtdarüber weg. Was der Mann durch Vcrnunstgründc undVorstellungen widerlegen und beseitigen will, oft ohne Erfolg,das wissen sie durch Schalkhaftigkeit und schmeichelnde Redezu entkräften, und eingetreten in die Opposition, wird dieFestigkeit des Mannes bei Frauen unüberwindlicher Eigen-sinn. Darum wissen sie auch ihre Absichten und Plane bes-ser zu verbergen; verbinden mit scheinbarer Unbefangenheitgroße Vorsicht und Klugheit, und verschmähen, wo diese nichtausreichen, selbst Jntriguen nicht. Haben sie einen festenZweck im festen Auge, so sind sie unerschöpflich in der Wahlder Mittel. Auch verwickelten und festgefahrenen Dingenwissen sie eine unerwartete günstige Wendung zu geben undNiemand versteht das Ucberraschen besser, als sie. LebendigAlles nicht bloß mit dem Verstände, sondern auch mit demGemüthe aufnehmend und bewahrend, hastet jeder Eindruck,den sie empfangen; sie wissen die Vielheit und Mannigfal-tigkeit gehörig zu ordnen und bei oft absichtlicher Ver-wirrung den leitenden, abwickelnden Faden fest in der Handzu behalten. Sie verstehen es, über den großen Vorrath,den sie in sich tragen, zu gebieten, und was sie eben bedür-fen, haben sie jedesmal zur Hand. Unauslöschlich bis in'shöhere Alter ist ihr Gedächtniß, weil sie es zugleich im Her-zen tragen, und so wie sie bewiesene Treue dankbar erkennenund gern vergelten, so schwer vergessen sie zugefügte Belei-digungen, und noch schwerer wird's ihnen, sie ganz zu ver-geben. Einmal verletzt, sind sie in ihrer Abneigung kälter,verschlossener und entschlossener, als die Männer, und das