Druckschrift 
2,1 (1844)
Entstehung
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tenden Kräften und Hindernissen sich eine gewisse muthigeEnergie ancigcncn muß, so lebt und athmet, wirkt und schafftdas weibliche Geschlecht in der sanften, ruhigen Sphäre deszurückgezogenen häuslichen Lebens, welches immer um sobesser gedeihet, je stiller, harmloser und einförmiger es ist.Gerade in der Einförmigkeit und in der sich gleichbleibendenimmer wiederkehrenden Tagesordnung, wo ruhig und unge-stört ein Geschäft aus dem andern, wie klein es auch an sichsein mag, friedlich hervorgeht, und dann doch ein wohlgeord-netes Ganze schafft, liegt für jede Hausfrau und Mutterder mit jedem neuen Morgen neuwcrdcnde stille Zauber,welcher alle Glieder der Familie mit einem freundlichen Bandeumschließt und den fortgehenden höhcrn Segen in s Hausund an den Tisch bringt. Fassen wir die gcsammte Thätig-keit beider Geschlechter klar in's Auge, des männlichen aufdem unruhigen Markte des Lebens, und des weiblichen imruhigen Hause, so liegt gerade hier in der Mittelmäßig-keit, was auch schon dieß Wort besagt, das rechte Maß,für die rechte Mitte des praktischen Lebens. Also hat esdie Natur zur Erhaltung und zum Glück des Ganzen weisegeordnet.

Aber sie liebt es auch, in alle Sphären und Gegendendes Lebens, die hohen, mittleren, und unteren, fortgehendAusnahmen in rcichbcgabter Kraft hinzustellen und in ih-nen das höhere Ideale gleichsam zum Anschauen zu personi-siciren. Wäre Alles in der Welt mittelmäßig, ragte in ih-ren Ebenen und Flächen nichts Großartiges, Erhebendes undBegeisterndes, hervor, so würde und müßte sie zum Gemei-nen und Schlechten, wie wir es an einzelnen zurückgebliebe-nen stumpfen Völkern sehen, herabsinken und alle Poesie ver-