Gegend alles Schöne und Gute, das sie hervorzubringenvermag, gleichsam zusammendrängt, sondern jedem Him-melsstriche besondere Borzüge verleiht, die nun auch zugleichimmer wieder andere ausschließen, so daß man nie Allesvereint zusammen, sondern stets vertheilt und bei dem Ver-leihen auch immer ein Versagen findet; dasselbe Gesetz beob-achtet sie auch in gcheimnißvoller Verteilung bei den Men-schenkindern in den Gaben, welche sie ihnen gicbt und nichtgiebt, und Mittelmäßigkeit ist im Ganzen genom-men das Loos des menschlichen Geschlechts. BeiWeitem die Meisten bewegen sich zwischen den Grenzendes Scharfen und Stumpfen, des Schlechten und Vortreff-lichen, des Verwerflichen und Auserlesenen, und bleiben, ge-bunden von dem empfangenen Maße beschränkter Kräfte, aufder Linie des Mittelmäßigen. Dieß ist, insofern esnicht durch Vernachlässigung verschuldet, sondern in der Na-tur-Notwendigkeit gegründet ist, weder ein Vorwurf, nochein Unglück. Ueber empfangenes Vermögen kann Keinerhinaus; und das Gewicht an der Lebensuhr verlangt, wennsie tactfest im Gange bleiben soll, einen einförmigen Mecha-nismus, welchem die gewöhnliche Kraft und Einsicht förder-licher und zuträglicher ist, als die ungewöhnliche und reichbe-gabte. Jene befindet sich innerhalb der gezogenen, wennauch engen Schranken, wohl und liebt die Abgeschlossenheit;diese erträgt sie nicht, will weite Spielräume und schafftNeues.
Mittelmäßigkeit findet im Ganzen genommen mehr nochbci'm weiblichen, als bekm männlichen Geschlechte statt. Wenndas männliche, in der Notwendigkeit, den gewählten Berufzu gründen und zu behaupten, im Kampfe mit entgcgentre-