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3 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 3
Entstehung
Seite
381
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der Leibeignen. Z8l

zedem, dem er ein mehrers abfordert, zugleich einen Nar-ren anweisen, der ihm borgt. Da nun ein Leibeignerim gerichtlichen Stillestande so wenig als der andere, dersich im natürlichen befindet, vor Unglücksfällen sicher ist .ja, da die Unglücksfalle eben wie Gicht und Flüsse sicheher auf die kranken als gesunden Glieder werfen: fo istes beynahe unmöglich, auf acht oder zwölf Jahre zu bestimmen, daß dieser jährlich die ganzen Hcuergelder seinesHofes zum Vortheil der Gläubiger aufbringen soll; undwenn dieses ist, so muß derselbe wenigstens einmal oderzweymal in den Stillestandsjahren einen gerichtlichenVerkauf feiner Früchte erleiden und es giebl derenviele, die ihn das erste Jahr, sodann aber alle Jahrehinter einander erfahren, auf solche Weise kann aberder wahre Endzweck des Stillestandes fast nie erreichetwerden.

Indessen bleibt doch auch wiederum gewiß, daß wennnicht die sirengsten Executiones geschehen, die liederlichenWirrhe nie zur Ordnung zu bringen sind, und gar keinCredit, der doch unentbehrlich ist, zu erhalten steht.Ueberhaupt scheint der Mensch dazu geboren zu seyn, umunter der Zucht zu leben. Den Vornehmen peitscht dieEhre, oder die erschreckliche fürstliche Gnade, mit Scor-pionen zur Sklavenarbeit; der Soldat würde ohne Zuchtein Fluch des meuschlichcn Geschlechts seyn; und wiesollte denn der von einer nahen und strengen Aufsicht inder jetzigen Verfassung beraubte Landmann in Ordnungerhalten werden, wenn nicht entweder Noch, oder Geiz,oder ein pfändender Richter ihn dazu nöthigten?

Vey dem allen lernt man aber nur so viel, daß dasUebel gewiß, die Arzney aber unbekannt ist; besondersbep uns, wo jeder Laue? wenigstens unter vier cherichts-

dar