Druckschrift 
3 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 3
Entstehung
Seite
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So mag man noch im Alter lieben. 65

erhält nicht so viel Tlöft von mir, daß sie mich lächerlichmachen konnte. Aber ich habe auch meiner liebenswür-digen Freundin noch nie die Hand oder den Mund geküßt,ich habe ihr nch nie etwas von meiner Liebe gesagt,nie ihr solche mit einem Klicke zugenickt oder mich aufandere Art gegen sie erklärt; ich denke sie auch nie zuheprathen, oder vom Heprathen abzuhalten; vielmehrbin ich für sie auf eine recht anständige Parthie bedacht.Meine ganze Liebe geht nicht weiter, als sie vollkommenglücklich zu macheu, und mein Herz an der Zufriedenheitzu weiden, die ich in dem ihrigen erschaffen will. . .Doch die Glocke schlägt fünf, dieses ist die Zeit ihresBesuchs; ich werde sie bitten, diesen Brief zuzumachen,und wenn sie unter der Versuchung erliegt, ihn zu lesen:so wird sie mein ganzes Geheimniß wissen . . .

Von Ihr.

S)as Wort Geheimniß könnte nur immer wegbleiben;er liebt mich, und ich liebe ihn, dessen bin ich mich völligbewußt. Nur schämt er sich, es mir zu gestehen. Ichbin dagegen desto dreister, und habe ihm schon hundert-mal meine Hand angeboten, wenn sie ihn glücklich machenkönnte. Aber da spricht er, ich ftp ein närrisches Mäd-chen, und er liebe mich zu sehr, um mich zur Krücke zugebrauchen. Jetzt soll ich durchaus seines Bruders ein-zigen Sohn heprathen. Dann will er uns sein ganzesVermögen übertragen und seine Tage bep uns zubringen.Da freuet er sich dann schon im voraus über unsre künf-tige Freude, und okdnet, wo wir des Morgens zusam-men trinken und des Abends mit einander essen sollen,und welche Tage in der Woche er allein zubringen wolle,um uns nicht immer mit seiner Gesellschaft beschwerlichMosers pham, lll,TH «>l. E zu