Druckschrift 
3 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 3
Entstehung
Seite
32
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Also kann, man der Modo

Bericht des Herausgebers vor-stehender Briefe.

Ilnsre Leser werden vielleicht zu wissen verlangen, wasweiter zwischen Mann und Frau vorgefallen sey. Alleinder Briefwechsel hat hier aufgehört und das Gerüchtenichts davon erfahren. Wenn von ihr nachher gesprochenwurde, sagte man blos, es ist eine kluge Frau, undlegte den vollen Ton aus das Worr klug; sonst kam siein kein Gesprach, als wenn sie schwanger war. Eins-mals traf ich sie in einem öffentlichen Garten an, alseben die Grafin von . . . mit vollem Geräusche in einemneuen Wagen vorbcy fuhr. Ach, sagte sie, wie glücklichschätzte ich-mich ehedem, als ich auch so hervorstechenkonnte; ich glaubte nicht, dach es möglich wäre, mit An-stand in der Welt zu leben, ohne die erste in allen Mode»zu sepn. Aber wie der Beute! endlich mitsprach, undmich nur erst zu einiger Ucberlegnng brachte: so erstaunteich über meine Verblendung; es war, als wenn nur aufeinmal die Augen aufgiengeu, und ich sähe, daß von sech-zig Personen, woraus ungefähr mein Cirkel damals be-stand, nur drep waren, die so mit mir fortrauschtcn,anstatt daß ich vorhin glaubte, jedermann suchte mit mirin die Wette zu galoppiren, und ich könnte nicht zurück-bleiben, ohne verspotter zu werden. Ich fragte endlichdie vielen, welche so langsam nachfolgten, ob sie dennnicht mitwollten? O ja, antworteten sie mir, nach unsrerBequemlichkeit, wer will, kann vorlaufen, er wird gewißdesto eher lyüde werden; Himmel! dachte ich, ist es sobestellt: so verlohnt es sich wohl eben der 'Mühe nicht,das kostbare Wettrennen mir jenen fortzusetzen; und wieich erst mit denen, die der Mode so ganz gelassen folgten,vertraut wurde, erfuhr ich hundert kleine Geschichtchenvon den drep Galopins, die ich mir nicht umsonst sägen

ließ.