Aufmunterung und Vorschlag :c. Z59
Zeiten in die Art der Behandlung eingeschlichen, insbe-sondere aber der Fehler, daß man wioer die Natur derSache in diesen Lebensläufen auch das Glänzende, dasHeroische und das Rittermäßige zu sehr und öfters aufKosten des Wahrscheinlichen gesucht, viele davon andersdenken lassen: so bleibt die Sache an sich doch allemalvon einem so großen Werth, daß siedle allergrößte Auf-merksamkeit und Bewunderung verdient. Um die Tugendin Mustern vorzustellen, nehmen wir jetzt oft unsere Zu-flucht zu moralischen Erzählungen. Diese sind aber nichtso würksam, als die Geschichte solcher Männer, derenman sich als seiner ehemaligen Mitbürger und Verwandteerinnert; insbesondre aber fehlt ihnen die wahre Reizungfür uns, auch einmal selbst und mit Namen, der Nach-welt auf gleiche Art empfohlen zu werden; und diese Rei-zung , welche die vernünftige Eigenliebe vielleicht nichtdeutlich denkt, aber doch allemal empfindet, ist nicht dasletzte Mittel, die Menschen zur Ausübung stiller und wah-rer Tugenden zu führen. Ein Ehrenmahl, worauf die Tu-gend in ihrem feyerlichsteu Gewände auf das liebenswür-digste abgebildet ist, wird nie so vielen Eindruck in umserm Busen hinterlassen, als das Denkmahl, das der Staateinem genannten Privatmanne, dessen Familie, Freund-schaft und Andenken noch lebt, zur Dankbarkeit für sei»Wohlverhalten errichtet.
Bey dem allen bleibt es aber doch wahr,, daß maltdieHeilig - und Seligfprechung nur selten undsparsam gebrauchen, und sie nicht wie unfre heutigen Tit-tel verschwenden müsse, wofern man ihren Werth nichtschwächen, und den himmlischen Adel so gemein, als denirdischen machen will. Es bleibt ferner wahr, daß sol-che nicht die Stelle einer bürgerlichen Krone vertrete undzur Aufmunterung politischer Tugenden diene. Dahcwreicht dieselbe auch zn allen Absichten nicht hich nnd mau
K A denke