Druckschrift 
1 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 1
Entstehung
Seite
30
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zo Reicher Leute Kinder

Nichts giebt der Stadt London ein prächtigers An-sehen, als die Buden ihrer Handwerker. Der Schu-ster hat ein Magazin von Schuhen, woraus sogleicheine Armee versorgt werden kann. Bevm Tischler fin-det man einen Vorrath von Sachen, welche hinreichen,ein königliches Schloß zn meubliren. Bep den Gold-schmieden ist mehr Silberwerk als alle Fürsten inDeutschland ans ihren Tafeln haben; und durch denStadtschmied leben hundert Dorfschmiede, die ihm indie Hand arbeiten, und ihm die Menge von Waarenliesern, welchen er die letzte Feile und seinen Namengiebt.

Solche Handwerker dürfen es wagen, den königli-chen Prinzen ihr Gilderecht mikzutheilen. SolcheHandwerker sind es, woraus der Lordmaire erwähltwird, und ParlameNtsglleder genommen werden. Einsolcher war Tailor, der als Generalzahlmeister im letz-ter» Kriege sich als Meister zn dem Silberservice be-kannte, woraus er die Generalität bewirthete. Wasist der Krämer dagegen, der mit Caffee und Zucker hö-ckert, oder mit Mäusefallen, Puppen und Schwärmernhausirt?

Zur Zeit des Hanseatischen Bundes hatte das deut-sche Handwerk eben die Ehre, die es noch in Englandhat. Noch in dem vorigen Jahrhundert ließen es sichdie Vornehmsten einer Stadt gefallen, das Eilderechtanzunehmen; und Gelehrte machten sich sowohl eineEhre, als eine Pflicht daraus, Gildebrüder zu werden.Die fürstlichen Ruthe waren Zunstgenossen; und manhielt es für keinen Widerspruch wie jetzt, zugleich einguter Bürger und ein guter Canzler zn sepn. Es istein falscher Grundsatz gewesen, der hier eine Trennunggemacht hat. Sehr viele Streitigkeiten und unnöthigeBefreKUNgen würden ein Ende haben, wenn sie nie er-folgt