Druckschrift 
1 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 1
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen
 

sollten ein Handwerk lernen. Z i

folgt wäre. Jedes Amt, das ein Bürger übernimmt,würdiget ihn in seiner Maaße, und erlheilt ihm einigedemselben angemessene personliche Freiheiten. Es hin-dert ihn aber nicht, in allen übrigen der bürgerlichenLasten und Vortheile theilhafrig zu bleiben.

Der Versall der deutschen Handlung zog den Ver-fall des Handwerks nach sich. Der berühmte Reichs-nbschied, welcher die Handwerks - Mißbräuche hebensollte, in der That aber den Gilden einen Theil ihrerbis dahin gehabten Ehre raubte, kam hierzu. Undder Kaiser, der die Vereinigungen der Domcapitel undRitterschaften wegen der Ahncnprobe bestätigte, fandes ungerecht, daß die Gilden nicht alle Söhne vonMutterleibe gebohren in ihre Zunft aufnehmen wollten;gerade als ob es nicht die erste und feinste Reget derStaatsklugheit wäre, unterschiedene Klassen von Men-schen zu haben, um jeden in seiner Art mit einem norh-dürftigen Antheil von Ehre ausmnntern zu können. Indespotischen Staaten ist der Herr alles, und der RestPöbel. Die glücklichste Verfassung geht vom Thronein sanften Stufen herunter, und jede Stufe hat einenGrad von Ehre, der ihr eigen bleibt, und die siebentehat fo wohl ein Recht zu ihrer Erhaltung, als diezweyte. Diese Grundsätze hatte man bey dem Reichs-absckiede ziemlich aus den Augen gesetzt; und die Wis-senschaften, welche sich damals immer mehr und mehrausbreiteten, erhoben den Mann, der von den SÄuehen der Griechen und Römer schreiben konnte, über denMann, der mit eigner Hand weit bessere machte.

Den letzten Stoß empfiengen die Handwerke vonden Fabriken. Die Franzosen, welche ihr Vaterlandverlassen mußten, adelten diesen Namen. Fürsten undGrafen durften die Aufsicht über ihre Fabriklenre, welchefür ihre Rechnung arbeiteten, haben; aber wer ihnen

deswee