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von 80 Zoll Höhe und 30 Zoll Breite zu blasen, dieehemals durchaus nur gegossen werden konnten. Die dazunöthige Glasmasse von mehr als 120 Pfund wird vomBlaser und seinen Gehülfen, den Schwenkern, zu einemgroßen glühenden Sacke ausgedehnt, vom sogenannten Fertig-macher und dessen Beistanden zu einer hohlen Walze geformt,und letztere, nachdem sie geöffnet worden, im Streckofcn durchStreichen mit großen Platteisen, Zerren mit breiten Zangenund manche andere, zum Theil noch jetzt geheim gehalteneHandgriffe zu einer schönen, ebenen Tafel ausgebildet*).
Was übrigens das Einsassen und sonstige Aptiren derSpiegeltafeln betrifft, so sind in den Kunstarbeiten dieserArt die beiden Städte Nürnberg und Fürth noch heutzu Tage besonders thatig, und deshalb überall berühmt;auch haben sie sich in neuerer Zeit den feinen französischenGeschmack dabei mit bestem Erfolge angeeignet.
«) Diese kunstreiche und interessante Operation ist keineswegs— wie vielleicht manche Leser vermnthcn dürsten — znerst in Frank-reich oder England vorgenommen worden, sondern man verdanktauch sie, wie so vieles andere Aehnliche, dem deutschen Er-findungsgeiste. Eine der ersten deutschen Glasfabriken, wo dieselbein das Werk gesetzt ward, war die Spiegelhütte ,,znm grünenPlan" bei Brannschwcig; denn daselbst verstand man fich schonum das Jahr 1770 sehr gut darauf, und hatte Handgriffe dafür,die anderwärts noch nicht bekannt waren. Die damals in dieserFabrik zum Ausguß der Glasmasse dienende kupferne Platte von0 Fuß Länge, 7 Fuß Breite und 3^ Zoll Stärke war in Braun-schweig gegossen worden, und soll gegen 4000 Thaler gekostethaben» Vergl. Beckmann'S Anleitung zur Technologie, S. 3S5u. f. der vierten Ausgabe (Güttingen 1796. 8.). Uebrigens werdenaußergewöhnlich große Spiegeltafeln (mitunter von 100 ZollHöhe und 60 Zoll Breite) als theuere Luruö-Artikel jetzt meistens nurauf besondere Bestellung für fürstliche Häuser u. s. w. verfertigt.
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