Druckschrift 
1 (1842) (1842)
Entstehung
Seite
464
Einzelbild herunterladen
 

464

drücklich darüber, daß jetzt jede geringe Magd einen silber-nen Spiegel haben wolle*).

Es war zu diesen Klagen über Verschwendung ur-sprünglich um so mehr Grund vorhanden, da man anfangsnur das feinste und also thcuerste Silber zu den Metall-Spiegeln verwenden zu dürfen glaubte, weil man demlegirten Metalle dieser Art keine Anwendbarkeit dafür zu-traute. Erst allmahlig sah man ein, daß auch letzteresrecht gut ausreiche.

Daß übrigens in Rom die silbernen Spiegel nicht vielfrüher, als zur Zeit der bürgerlichen Kriege unter Pom-pejus üblich geworden sind, darf man dem Plinius wohlglauben; ebenso, daß hier griechische Künstler die erstenArbeiten dieser Art lieferten**).

Spiegel von Kupfer, Messing und Gold werden zwarbei den alten Dichtern erwähnt; allein, waS die erstembeiden Metalle betrifft, so scheint bei ihrer Erwähnungmehr das Vorhandenseyn derselben in irgend einem ge-mischten, zu Spiegeln verwendeten Metalle berücksichtigtworden zu seyn, und golden hat man hin und wiederMetallspiegel wohl auch schon darum genannt, weil sie mitRahmen oder andern Verzierungen von Gold ausgestattetwaren.

Spiegel aus gemischtem Metalle kamen selbst dergrößern Wohlfeilheit wegen gewiß schon zeitig in Gebrauch,und Plinius erwähnt am angeführten Orte ausdrücklich,daß man namentlich eine Mischung aus Kupfer und Zinn

ch Die näheren Belege hierzu finden sich bei Beckmann,a. a. O , Bd. III, S. 477 u. f.

") Plininö, »ist. XXXIII, 9.