Druckschrift 
1 (1842) (1842)
Entstehung
Seite
462
Einzelbild herunterladen
 

462

Das Verfahren dabei hat aber leider kein einziger alterSchriftsteller ausführlich beschrieben, und daher ist die Kunst,ganz wohlgerathene Metall-Spiegel zu verfertigen, nachErfindung der freilich viel bequemeren Glas-Spiegelwieder verloren gegangen. Allerdings mochten die erstenErfinder der Glasspiegel nicht vermuthen, daß jemals Um-stände vorkommen könnten, wodurch die Anwendung derMetall-Spiegel wieder nolhwcndig gemacht werden würde.Gleichwohl ist dieser Fall in neuerer Zeit wirklich einge-treten: da man bei Erfindung der großen astronomischenMaschinen-Fernrohre oder Tclescope den Gebrauch vonMetall-Spiegeln unumgänglich fand. Und wirklich mußtedamals von den englischen Optikern und Mechanikern diebeste Metall-Mischung zur Herstellung solcher Metallfpiegelerst wieder erfunden werden. Mochten nun auch diemancherlei Hülfsmittcl der neuem Chemie es möglichmachen, hierbei zuletzt ein besseres Resultat zu erlangen,als die altrömischen Künstler gekannt: so mußte doch anund für sich der früher schon zurückgelegte Weg von Neuemdurchgemacht werden*).

Geschichte des weiblichen Geschlechts, Hannover 1788 — ISlX). 8.,Z Bde., und in G. E. Klettcns Versuch einer Geschichte desVerschönernngStriebcs im weiblichen Geschlecht, Gotha 17U2. 8.,2 Bde., finden sich viele hierher gehörige interessante Notizen, dieübrigens nicht blos ans die Römer- Zeit, sondern auch auf diespäteren Perioden fich beziehen.

H Beiläufig gesagt, liegt hierin eine Warnung, daß man nieirgend eine, einmal erfundene, nutzbare Kunst wieder verloren gehenlassen, sondern die wissenschaftlichen Fundamente dafür wenigstensschriftlich für die Nachwelt aufbewahren soll, was selbst jetzt nichtimmer geschieht, so sehr auch die Sache durch den Buchdruck er-leichtert'ist.