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zu bekommen, sondern auch die flüssige Masse ganz egalund richtig durch kunstgerechtes Blasen zu formen. Ge-übte Glasbläser waren ehemals sehr selten; deshalb wurdendiese Künstler schon durch Kaiser Theodosius den Großenvon mehreren öffentlichen Lasten befreit, um ihr Gewerbeaufzumuntern; und während des Mittelalters wurden sieso selten, daß sich namentlich in Frankreich ein eigener, so-genannter Glasadel bildete, d. h. eine Verbrüderung vonGlasbläsern, die ihre Kunst als Geheimnis behandelten undsich selbst einen höheren persönlichen Rang im gesellschaft-lichen Leben beilegten, bis endlich hieraus die Sage hervor-ging, nur Edelleute dürften Glas blasen. Auch wird wirk-lich noch jetzt auf manchen Glashütten die Glasbläserei alseine geheimnisvolle Kunst angesehen, und nur unter man-chen Schwierigkeiten an solche mitgetheilt, welche dieses Ge-schäft erlernen wollen; namentlich, wenn diese Zöglingenicht selbst schon Glasbläser-Familien angehören.
Daß sich schon im hohen Alterthume die Glasfabrikenzu Sidon und zu Alexandrien wesentlich auszeichneten, istbekannt; gewiß aber ward in denselben die Glasfärberei undGlasschleiferei stärker betrieben, als das Glasblasen.
Die Färbung des Glases bot sich gleichsam von selbstdar. Wahrscheinlich wurden zuerst durch Zufall mineralische,Färbung gebende Substanzen dem Glasflusse nahe gebracht,und ertheiltcn ihm ein buntes Ansehen; worauf man, daohnedieß früherhin die Glasmasse noch ziemlich trübe sichdarstellte, mit Freuden diesen Anlaß ergriff, um dem Glaseabsichtlich eine beliebige Färbung zu geben.
Besonders fand man es vortheilhaft, die Farben der sosehr geschätzten Edelsteine künstlich nachzuahmen; weshalbPlinius in der oben citirten Stelle namentliche künstliche