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Das zum Bier bestimmte Malz nannte man damalsallgemein die Brace oder Brase; ein Ausdruck, dessenschon Plinius (Ilist. natur. XVIIl, 11.) gedenkt, und dessenWortlaut schon auf g ed örrtes Getreide hindeutet, obgleichPlinius dort nur eine Art von mehlreichem Waizen darunterzu verstehen scheint. Das Malz ward, wie das Getraide,nach dem Mut (modius) und nach dem Malter (maldra)berechnet. Fünf Mut machten einen Malter; als kleineresMaaß aber nächst dem Mut hatte man die Metze(metreta). Im neunten Jahrhunderte ward es schon üblich,statt der Abgabe an Bier eine Abgabe an Malz zu erhe-ben; wahrscheinlich, weil bei dem letztem nicht so leichtVerfälschung eintreten konnte, wie bei dem erstem. Uebri-gens scheint man zur Zeit Karl's des Großen das Malzerst gefertigt zu haben, sobald man es bedurfte; denn indem Jnventarienbuche Karl's des Großen, d. h. in der Be-standrechnung über die zu seinem kaiserlichen Besitzthumgehörigen Gegenstände (Kxeeimen brevlirrü rernm fisoalinmöaroli AlaAin) wird bei den großen Gütern nirgends einBestand an vorräthigem Malz aufgeführt, und nur bei demGute Stcphanswerth die Kleinigkeit von acht Mut Malzerwähnt *). Aus welcher Getreidesorte man damals das
sonst nicht rückfichtlich der Brauerei selbst in einer Urkunde aus demJahre 778 eine Quantität von zehn Mut Getreide zehn SeidelnBier gleichgestellt finden. sVergl. K. G. Anton'S Geschichteder deutschen Landwirthschaft, Th. I. (Görlitz 1799. 8.) S. 198.)
*) In dem nur angeführten trefflichen Werke von Anton,Th» 1. S. 244—266, ist ein vollständiger Auszug aus diesem Jn-ventarienbuche mitgetheilt, welches für die gesammte deutsche Kul-turgeschichte nicht weniger Interesse hat, als das, ebendaselbst S.