»I
Der Gebrauch der Pelzkleidung.
In dem vorhergehenden Aussatze haben wir so eben eineErfindung besprochen, welche sich auf eins der wichtigstenund allgemeinsten menschlichen Nahrungsmittel, das Ge-treide, bezog. Es scheint nicht unangemessen, hieran eineErläuterung über die ältesten K l e i d u ngs st o ffe zu knü-pfen, weil es auch dem rohcsten Naturmenschen, nachdemer sich gesättigt hatte, sehr nahe liegen mußte, sich eineHülle für seinen Korper zu verschaffen.
In dem warmen Klima von Asien freilich, unter denWendekreisen, wohin man die Wiege des Menschengeschlechtsversetzt, war d>r besondere Erwerb einer Kleidung für un-sere Ureltern eben so entbehrlich, wie das ängstliche Stre-ben nach Nahrungr Feigen- und Palmenblätter wuchsenihnen gleichzeitig mit den Südfrüchten jener Zone von selbstin die Hand. Allein als die zu stark anwachsende Men-schenzahl dieses Gebietes immer mehrere Auswanderungennach den nördlicheren Gegenden nöthig machte, ward nichtnur die Nahrung sparsamer, sondern auch die Witterungso rauh, daß man sich bald entschließen mußte, Thiers zutobten, um sie theils zu verzehren, theils an ihren Häuteneine passende Körperbedeckung zu erlangen.
Gesch. d. Erfind. 1. Bd. 3