keinen Fluch, sondern ein Rcccpt für die Wundeunserer Zeit! O, wer lesen könnte! Wer sie aus»spräche, die heilenden Worte, die hier eingegraben. . . Es steht hier vielleicht geschrieben, wo dieverborgene Quelle rieselt, woraus die Menschheittrinken muss, um geheilt zu werden, wo das ge-heime Wasser des Lebens, wovon uns die Ammein den alten Kindcrmärchcn so Viel erzählt hat, undwonach wir jetzt schmachten als kranke Greise. —Wo fließt das Wasser des Lebens? Wir suchen undsuchen^) . . .
Ach, es wird noch eine gute Weile dauern,ehe wir das große Heilmittel ausfindig machen;bis dahin muss noch eine lange schmerzliche Zeitdahingesiecht werden, und allerlei Quacksalber wer-den auftreten mit Hausmittclchen, welche das Übelnur verschlimmern. Da kommen zunächst die Radi-kalen und verschreiben eine Radikalkur,'die am Endedoch nur äußerlich wirkt, höchstens den gesellschaft-lichen Grind vertreibt, aber nicht die innere Fäul-
") Hier fanden sich im Originalmanuskript ursprüng-lich noch die spater gestrichenen Worte: „und ach, vielleichtder Mann, der es schon gefunden, vergaß einen Bechermitzubringen, und kann Nichts davon schöpfen, um sich undAndere damit zu tränken."
Der Herausgeber.
Heine 's Werte. Bd. XII. 17