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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
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Wird meine Zukunft von ähnlichen Fortschrittenzeugen?

Aufrichtig gesagt, ich zweifle daran. Ich fühleeine sonderbare Müdigkeit des Geistes; wenn erauch in der letzten Zeit nicht Viel geschaffen, sowar er doch immer auf den Beinen. Ob Das, wasich überhaupt schuf in diesem Leben, gut oder schlechtwar, darüber wollen wir nicht streiten. Genug, eswar groß; ich merkte es an der schmerzlichen Er-weiterung der Seele, woraus diese Schöpfungenhervorgingen . . . und ich merke es auch an derKleinheit der Zwerge, die davor stehen und schwind-licht hinaufblinzcln . . . Ihr Blick reicht nicht biszur Spitze, und sie stoßen sich nur die Nasen andem Picdestal jener Monumente, die ich in der Li-teratur Europa's aufgepflanzt habe, zum ewigenRuhme des deutschen Geistes. Sind diese Monu-mente ganz makellos, sind sie ganz ohne Fehl undSünde? Wahrlich, ich will auch hierüber nichtsBestimmtes behaupten. Aber was die kleinen Leutedaran auszusetzen wissen, zeugt nur von ihrer eige-nen Putzigen Beschränktheit. Sie erinnern mich andie kleinen Pariser Badauds, die bei der Aufrich-tung des Obelisk ans der Place Louis XVI. überden Werth oder die Nützlichkeit dieses großen Son-ncnzcigers ihre rcspcktiven Ansichten austauschten.