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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
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Publikancr mögen wirklich aus Ärger katholisch ge-worden sein. Die Meisten jedoch verabscheuen imHerzen ihre neuen Alliierten, und cS wird Komödiegespielt von beiden Seiten. Es gilt nur den ge-meinschaftlichen Feind zu bekämpfen, und in derThat, die Verbindung der beiden Fanatismen, desreligiösen und des politischen, ist bedrohlich im höch-sten Grade. Zuweilen aber geschieht es, dass dieMenschen sich in ihrer Rolle verlieren und ausdem listigen Spiel ein plumper Ernst wird; undso mag wohl mancher Republikaner so lange mitden katholischen Symbolen gclicbäugclt haben, biser zuletzt daran wirklich glaubte; und mancher schlauePfaffe mag so lange die Marseillaise gesungen ha-ben, bis sie sein Lieblingslicd ward, und er nichtmehr Messe lesen kann, ohne in die Melodie diesesSchlachtgcsangcs zu verfallen.

Wir armen Deutschen, die wir leider keinenSpaß verstehen, wir haben das Fraternisieren desRepublikaniSmuS und des Katholicismus für barenErnst genommen, und dieser Irrthum kann unseinst sehr thcucr zu stehen kommen. Arme deutscheRepublikaner, die ihr Satan bannen wollt durchBeelzebub, ihr werdet, wenn euch solcher Exorcis-mus gelänge, erst recht aus dem Fcucrrcgcn in dieFlammcntraufc gcrathcn! Wie gar manche deutsche