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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
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Doktrin der Verzweiflung, deren schnelle Verbrei-tung über die Erde nicht mehr als ein großes Wun-der erscheint, wenn man bedenkt, in welchem grauen-haft Peinlichen Zustand die ganze römische Weltschmachtete . . . Wie der Einzelne sich trostlos dieAdern öffnete und im Tode ein Asyl suchte gegendie Tyrannei der Cäsaren: so stürzte sich die großeMenge in die Ascctik, in die Abtödtungslehrc, indie Martyrsucht, in den ganzen Selbstmord der na-zarcnischen Religion, um auf einmal die damaligeLebcnsqual von sich zu werfen und den Folterknech-ten des herrschenden Materialismus zu trotzen. . .

Für Menschen, denen die Erde Nichts mehrbietet, ward der Himmel erfunden. . . Heil dieserErfindung! Heil einer Religion, die dem leidendenMenschengeschlecht in den bittcrn Kelch einige süße,einschläfernde Tropfen goss, geistiges Opium, einigeTropfen Liebe, Hoffnung und Glauben!

Ludwig Börne war, wie ich bereits in derersten Abtheilnng erwähnte, seiner Natur nach eingcborner Christ, und diese spiritnalistischc Richtungmusste in den Katholicismus überschnappen, alsdie verzweifelnden Republikaner, nach den schmerz-lichsten Niederlagen, sich mit der katholischen Parteiverbanden. — Wie weit ist es Ernst mit dieserVerbindung? Ich kann's nicht sagen. Manche Re-