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12 (1862) Über Ludwig Börne
Entstehung
Seite
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schmutzigen und heiligen, grandiosen und winzigenKombinationen einer umgestülpten Wcltordnung treuabspiegelt. Ist der Geist eines solchen Autors nochobendrein selbst in bewegtem Zustand, ist dieserSpiegel verschoben oder grellgcfärbt von eigner Lei?dcnschaft, dann werden tolle Bilder zum Vorscheinkommen, die selbst alle Geburten des humoristischenGenius überbieten . . . Hier ist das Gitter, wel-ches den Humor vom Jrrcnhansc trennt. . . Nichtselten in den Börue'schcn Briefen zeigen sich Spu-ren eines wirklichen Wahnsinns, und Gefühle undGedanken grinsen uns entgegen, die man in dieZwangsjacke stecken müsstc, denen man die Douchcgeben sollte . . .

In stilistischer Hinsicht sind die Pariser Briefeweit schätzbarer, als die früheren Schriften Börne's,worin die kurzen Sätze, der kleine Hundctrab eineunerträgliche Monotonie hervorbringen und einefast kindische Nnbcholfenheit vcrrathcn. Diese kur-zen Sätze verlieren sich immer mehr und mehr inden Pariser Briefen, wo die cntzügcltc Leidenschaftnothgcdrungen in weitere, vollere Rhythmen über-strömt, und kolossale, gcwitterschwangcrc Periodendahinrollcn, deren Bau schön und vollendet ist, wiedurch die höchste Kunst.